Fremdwaehrungskonto.info – Ihr Spezialist für Währungen: Fremdwährungskonten
Waehrungspaare handeln, die auch als Devisenkonten bezeichnet werden, sind aus deutscher Sicht im Inland oder Ausland angelegte Bankkonten, die nicht in Euro geführt werden. Zu unterscheiden sind Konten die privat genutzt werden (Privatkonto) und geschäftlich genutzte Konten (Geschäftskonto), wobei hinsichtlich der Bankkonditionen und der Besteuerung deutliche Unterschiede bestehen. Wir haben auf den folgenden Seiten das Thema Fremdwährungskonto aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet, denn die Materie ist, besonders was die Provisionen und Konvertierungsgebühren der Banken betrifft, komplexer als es auf den ersten Blick scheint.

aktuelle Information Achtung Neu: Seit dem 03.07.2015 unterliegen auch Einlagen von Währungen außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums auf Fremdwährungskonten der gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Kontoinhaber.

Fremdwährungskonto Vergleich: Anbieter mit > 5 Devisenkonten im Angebot

Währung S Broker
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USD US Dollar + + + +
AUD Australischer Dollar + + + +
CAD Kanadischer Dollar + + + +
CHF Schweizer Franken + + +
CZK Tschechische Krone + +
CNY Chinesicher Yuan
DKK Dänische Krone
GBP Britisches Pfund + + +
HKD Hongkong Dollar +
HUF Ungarischer Forint + +
JPY Japanischer Yen + + +  +
MXN Mexikanischer Peso + +
NOK Norwegische Krone + + +
NZD Neuseeland Dollar  +
PLN Polnischer Zloty + +
SEK Schwedische Krone + +
SGD Singapur dollar +
TRY Türkische Lira + + +
ZAR Südafrik. Rand + + + +
Konto kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos
Provision nein 19,95 € nein 1,0%
Marge ja* ja** nein nein
Devisenkurs Devisenmittelkurs €-FX-Referenzkurs Geld/Briefkurs Geld/Briefkurs
Fixing HSBC Trinkaus EuroFX® DB Fixing Commerzbank
Kontoeröffnung über Depot, kostenlos*+* Depot,
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Währungskonto
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Margen

*S Broker: USD 0,003, AUD 0,02, CAD 0,006, CHF 0,002, PLN 0,1, GBP 0,002, HKD 0,05, NZD 0,02, JPY 0,24, NOK 0,025,
SEK 0,03, TRY 0,02, ZAR 0,1
*+* kostenloses Depot bei mind. 1 Trade/Quartal od. mind. 10.000 Euro Vermögensstand bei S Broker

** Consorsbank: USD: 0,003, AUD: 0,025, CAD: 0,006,  DKK: 0,02, GBP: 0,002, HKD: 0,15, JPY: 0,36, NOK: 0,024, SEK: 0,024, SGD: 0,03, ZAR: 0,15, NZD: 0,028, TRY: 0,05.

Eine Marge von 0,0030 beim USD bedeutet, dass die Bank 0,0030 beim Ankauf der Fremdwährung durch den Kunden (EUR Verkauf, USD Ankauf) vom Devisen(mittel)kurs abzieht und beim Verkauf (USD Verkauf, EUR Ankauf) aufschlägt.

Die Grundlagen: Nach der Währungskonto Eröffnung wird der Einzahlungsbetrag in Euro entrichtet, den die Bank in die gewünschte Fremdwährung umtauscht. Da Barauszahlungen und –einzahlungen bei einem privat geführten Fremdwährungskonto bei den meisten Geldinstituten nicht möglich sind und auch Überweisungen häufig nur begrenzt vorgenommen werden können, ist ein online Währungsanlagekonto in der Handhabung am ehesten mit einem Tagesgeldkonto vergleichbar (für Barauszahlungen s.a. Sortenkurse). Es gibt allerdings auch Anbieter, die eine Mindesteinlagesumme fordern, die dann über den gesamten Vertragszeitraum auf dem Konto verbleiben muss und somit nicht flexibel umtauschbar ist. Falls das Fremdwaehrungskonto bei einer ausländischen Bank eröffnet wurde, gilt dies natürlich nicht. Dann ist es im Ausland wie ein normales Konto nutzbar, im Inland fallen für die Abhebung von Bargeld die Gebühren des jeweiligen Anbieters zuzüglich Wechselkursgebühren an.

Die meisten Geldinstitute bieten Währungsanlagekonten nur für einige ausländische Zahlungsmittel an, die von ihren Kunden besonders häufig zur Geldanlage nachgefragt werden. In der Regel beschränkt sich das Angebot auf ein Dutzend, beliebt ist die US-Dollar Fremdwährung, der Schweizer Franken und die Norwegische Krone.

Fremdwährungskonto eröffnen

Um ein Fremdwährungskonto zu eröffnen, ist bei einigen Banken ein herkömmliches Girokonto Voraussetzung, einige Banken legen zusätzlich zum Konto ein kostenloses Verrechnungskonto an. Bei Online Brokern ist ebenfalls häufig die Eröffnung eines Wertpapierdepots notwendig, wie beispielsweise beim Devisenkonto der Sparkassen. Zudem wird zum Teil ein Mindestbetrag gefordert (insbesondere bei einer Festgeld Anlage), der zwischen 500 und mehreren Tausend Euro betragen kann. Viele Broker ermöglichen es, das Konto in fremder Währung genauso zu benutzen wie ein Konto in Euro und erheben dafür keine zusätzlichen Gebühren aus den Wechselgebühren bei Ein- und Auszahlung. Wer sich für einen Kredit in fremder Währung interessiert, kann ein solches Konto dafür als Basis nutzen.

Für die online Kontoeröffnung muß zunächst das Kontoeröffnungsformular auf der Webseite der Bank ausgefüllt und unterschrieben werden und die Identität per Online-Identifizierung (soweit von der Bank angeboten) oder über das PostIdent-Verfahren bestätigt werden.

Nach dem Zugang der Nutzerdaten und dem Erstlogin kann dann das gewünschte Währungskonto online gewählt werden. Dabei muß immer für jede Währung ein eigenes Konto eröffnet werden.

Fremdwährung kaufen – so geht’s

Wer Geld in einer fremden Währung anlegen möchte, verkauft immer Euro und kauft die Devise. Umgekehrt, wird wenn eine Währung wieder in Euro zurückgetauscht werden soll, wird die Devise verkauft und Euro gekauft. Für Privatkunden besteht aktuell keine Möglichkeit, ein Yuan (CNY) Fremdwährungskonto zu eröffnen.

Zwei Nutzergruppen

Währungsanlagekonten werden vor allem von zwei Benutzergruppen nachgefragt: Zum einen benötigen Geschäftsleute und Unternehmen ein Devisenkonto, um unkompliziert Überweisungen ins Ausland vorzunehmen, Kosten zu sparen und dabei vom täglichen Wechselkurs unabhängig zu sein. Zum anderen sind auch Privatanleger zunehmend an Fremdwährungskonten interessiert. Sie nutzen das Währungskonto als Geldanalge oder zur Spekulation mit Devisen. Welche Währung hierfür geeignet ist, hängt von der Anlagestrategie ab. Während stabile Währungen wie US-Dollar und britisches Pfund zwar ein geringes Wechselkursrisiko, aber auch eine geringere Rendite versprechen, bieten sich volatile Währungen wie der südafrikanische Rand für risikofreudigere Anleger an, die vor allem eine hohe Rendite verfolgen. Gewinnmöglichkeiten ergeben sich bei Fremdwährungskonten sowohl aus der Verzinsung als auch aus dem Wechselkurs. Dies bietet zwar hohe Renditechancen, bei einem Kursverfall der Fremdwährung können Fremdwährungskonten jedoch sogar Verluste verursachen. Dennoch können sie von Anlegern zur Risikodiversifikation genutzt werden. Fremdwährungskonten passen allerdings nicht in jede Anlagestrategie und sollten nur von ausreichend gut beratenen Kunden oder Experten genutzt werden.

Wie groß die Gebühren für die Führung eines Fremdwährungskontos sind, ist sehr unterschiedlich. Viele Online Broker verzichten auf Kontoführungsgebühren oder Konvertierungsentgelte. Da gerade die Konvertierungsentgelte die Rendite entscheidend schmälern können, sollten Interessierte ihren Anbieter neben der Wunschwährung vor allem nach der Gebührenstruktur auswählen. Schwierigkeiten können sich aus der Versteuerung von Erträgen ergeben. Je nach Anlagedauer und Aktivität müssen unterschiedliche Richtlinien beachtet werden. Fremdwährungskonten sind allerdings schon lange kein Steuerschlupfloch mehr und bieten inzwischen kaum noch steuerliche Vorteile.

Vorteile/Chancen einer Geldanlage in Fremdwährung

Die Vorteile variieren je nach Benutzergruppe:

International operierende Geschäftsleute und Unternehmen

Ein Fremdwährungskonto bietet Firmen oder Geschäftsleuten, die im Ausland tätig sind, bedeutende Vorteile. Es ermöglicht dann, den gesamten Geldverkehr im Ausland mit minimierten Wechselkursrisiken und unabhängig vom Tageskurs durchzuführen. Zudem lassen sich finanzielle Transaktionen wesentlich unkomplizierter und mit weniger Gebühren abwickeln. Auch die Zeitersparnis kann enorm sein. Wird das Geschäftskonto im Ausland angelegt, lässt es sich dort wie ein herkömmliches Konto nutzen. Der Inhaber profitiert also auch dann von den wegfallenden Wechsel- und Kontogebühren.

Privatanleger

Geldanlage Fremdwäehrungskonto - mit Devisen spekulierenImmer mehr Privatanleger entdecken das Fremdwaehrungskonto als spekulatives Anlageobjekt. Bei einer Abwertung des Euros ergeben sich für deutsche Anleger in der Regel hervorragende Chancen, die Rendite durch stärkere Auslandswährungen zu steigern. Hierfür ist ein solches Konto in der Regel die unkomplizierteste Möglichkeit. Auch für Anleger, die Börsenaktivitäten in Fremdwährungen vornehmen wollen, kann ein Devisenkonto aus rein praktischen Gründen und zur Risikominimierung sinnvoll sein. Hinzu kommt, dass sowohl Tagesgeld- als auch Festgeldkonten in der heimischen Währung zu Niedrigzinszeiten kaum in der Lage sind, die Inflation abzufangen. In diesen Zeiträumen werden Fremdwährungskonten besonders interessant, weil dort die andere Währung auch unterschiedlich verzinst wird. Je höher die Zinsen für die jeweilige Währung ist, desto mehr Rendite können Privatanleger erzielen, allerdings steigt dann in der Regel auch das Wechselkursrisiko. Allerdings besteht umgekehrt ebenfalls die Chance, durch eine Aufwertung der Fremdwährung Wechselkursgewinne zu verbuchen.

Das bedeutet, dass ein Fremdwährungskonto eine spekulative Anlage ist: Wertet die jeweilige Währung im Vergleich zum Euro ab, können sogar Verluste die Folge sein. Deswegen gelten wirtschaftlich stabile Länder mit soliden Währungen als besonders empfehlenswert. Vor allem die schwedische und norwegische Krone und der polnische Zloty sind derzeit unter Anlegern beliebt.

Fremdwährungskonten sind keine Alternative zum Tagesgeldkonto, sondern werden vor allem als Maßnahme zur Risikodiversifikation oder zur risikoreichen Renditesteigerung empfohlen. Tätigt ein Anleger alle Investitionen in Euro, ist sein Portfolio von einer Abwertung der Währung besonders betroffen. Wird hingegen ein Teil der Geldanlage in einer Fremdwährung erworben und geführt, kann der Anleger dieses Risiko zu einem Teil abfangen.

Zinsen auf Währungsanlagekonten werden von vielen Anbietern nur selten geboten. Falls dies doch der Fall ist, handelt es sich in der Regel um Festgeld oder Tagesgeld. Allerdings sollten Kunden beachten, dass sowohl die Kontoführungs- und Konvertierungsgebühren als auch die steuerlichen Bedingungen die Rendite erheblich schmälern kann. Wer von der besseren Verzinsung der Fremdwährung profitieren möchte, muss fast zwangsläufig auf besonders volatile und damit risikoreiche Währungen zurückgreifen. Währungen wie die türkische Lira oder der südafrikanische Rand bieten derzeit eine höhere Verzinsung und können somit die steuerlichen Nachteile teilweise aufwiegen. Gerade bei diesen Fremdwährungen steigt das Risiko jedoch bedeutend an, sodass Anleger nur bei ausreichend Fachwissen überhaupt mit dem Gedanken spielen sollten, Fremdwährungskonten zu eröffnen.

Risiken eines Fremdwährungskontos

Einer der größten Nachteile einer Fremdwährungsanlage ist die Tatsache, dass Anleger vor Verlusten nicht geschützt sind. Selbst bei Währungen, die als stabil gelten, bleibt ein erhebliches Wechselkursrisiko, das ausschließlich der Anleger oder das Unternehmen trägt. Gerade bei festen Laufzeiten kann sich dies sehr nachteilig für den Kunden auswirken. Währungstrends sind in den seltensten Fällen dauerhaft und das Risiko eines Kursverfalls ist niemals von der Hand zu weisen. Wertet die Fremdwährung gegenüber dem Euro ab, können erhebliche Verluste die Folge sein, die auch durch einen Zinsvorteil bei der Anlage nicht abgefangen werden können. Aus diesem Grund eignet sich die Anlage in Fremdwährungskonten auch nicht für Anleger, die nicht bereits sind, Wechselkursschwankungen hinzunehmen und auszustehen.

Ein Fremdwährungskonto sollte außerdem als mittel- bis langfristige Geldanlage geplant werden, wenn es als Spekulationsobjekt genutzt wird. Für kurzfristige Spekulationen sind Zinszertifikate besser geeignet. Eine tägliche Verfügbarkeit wie beim Tagesgeldkonto ist zwar bei vielen Fremdwährungskonten gegeben, allerdings muss das Kapital über längere Zeiträume frei sein, um das Wechselkursrisiko zu minimieren.

Ein weiterer Nachteil kann der mangelnde Schutz des Guthabens bei Insolvenz des Fremdwährungskonto-Anbieters sein, wenn der Anleger mit Beträgen über 100.000 Euro investiert ist. Wenn ein Kreditinstitut zahlungsunfähig wird, greift innerhalb der EU die gesetzliche Einlagensicherung, die das Guthaben von Kunden bis zu einer Höhe von 100.000 Euro schützt. Es existieren in Deutschland aber zusätzliche Einlagensicherungssysteme, die zum Teil eine weitergehende Absicherung von einlagen übernehmen. Deswegen sollten Kunden überprüfen, welche Formen der Einlagensicherung die Bank außerhalb der gesetzlichen Vorgaben anwendet. Als sicher gilt ebenfalls eine Mitgliedschaft im Einlagensicherungsfonds des Bankenverbandes, die auch Nicht-EU-Währungen absichert. Ob und in welchem Umfang Fremdwährungskonten auch unter diese Maßnahmen fallen, ist jedoch unterschiedlich und muss individuell erfragt werden.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema gibt die Seite Einlagensicherung.

Zinsen – Zinsertrag versus Kurserträge/Verluste

Gewinnmöglichkeiten bieten sich bei Fremdwährungskonten gleich auf zwei unterschiedliche Arten: Zum einen erhalten Anleger Zinsen auf den angelegten Betrag. Dies gilt vor allem dann, wenn das Fremdwährungskonto als Tagesgeldkonto oder Festgeld angelegt ist. Die Konditionen können im Ausland wesentlich attraktiver als im Inland sein, sodass dies für viele eine reizvolle Alternative darstellt. Weltweit sind die Zinsen nach der Finanzkrise zum Teil bis auf Null gefallen, woran die Notenbanken einen Anteil haben, denn sie haben die Leitzinsen auf ein historisch niedriges Niveau gefahren (USA, Europa). Entsprechend gab es für eine Femdwährungsanlage als Tagesgeld in amerikanische Dollar in den letzten Jahren bei kaum einer Bank Zinsen. Dies sollte sich aber demnächst ändern, da die Präsidentin der amerikanischen Notenbank, Janet Yellen, eine Anhebung der Leitzinsen noch in 2015 in Aussicht gestellt hat.

Zum anderen gibt es durch die Kursveränderung die Möglichkeit, die Rendite beträchtlich zu erhöhen. Sinkt der Eurokurs im Vergleich zur Fremdwährung, kann die Währung mit Gewinn zurückgetauscht werden. Dies ist jedoch zugleich das größte Risiko bei Fremdwährungskonten: Steigt der Eurokurs, kann der Betrag nur mit Verlusten wieder in Euro getauscht werden. Üblicherweise übersteigt die Kursänderung von Devisen den Zinssatz auf einem Währungskonto.

Ein Beispiel verdeutlicht dies:

Ein Anleger kauft für 20.000 Euro Dollar, der Wechselkurs EUR/USD beträgt 1,20. Der Anleger erwirbt also 24.000 USD. Der Zinsertrag ist auf 1,30 % p. a. festgelegt. Nach zwei Jahren ist der Wechselkurs auf 1,10 gesunken. Nun tauscht der Anleger die Fremdwährung zurück in Euro und erhält 22.389 Euro zurück. Der Betrag setzt sich zusammen aus 628,06 Dollar Zinsen und den Umtausch des Gesamtbetrages in Euro. Die Rendite würde nach zwei Jahren also knapp 12 % betragen und sich aus 1,30 % p. a. und dem Ertrag aus dem günstigen Wechselkurs zusammensetzen.

Würde hingegen der Dollar gegenüber dem Euro aufwerten und der Wechselkurs zum Zeitpunkt des Umtausches 1,30 betragen, erhielte der Anleger lediglich 18.944 € zurück und müsste somit trotz der Zinsen von 1,3 % p. a. einen Verlust von 1.056 Euro hinnehmen. In diesem Fall könnte die Rendite durch den Zinsertrag den Wechselkursverlust also nicht einmal ausgleichen.

Hinzu kommen zusätzliche Kosten durch die Kontoführungsgebühren oder die Konvertierung, die in der Rechnung nicht berücksichtigt wurden. Auch die Steuer bleibt unberücksichtigt, da das Fremdwährungskonto länger als ein Jahr geführt wurde.

Kosten für Devisenkonten

Bei Fremdwährungskonten fallen andere Gebühren und Kosten an, als bei herkömmlichen Girokonten oder Tagesgeldkonten. Sie unterscheiden sich allerdings je nach Anbieter vor allem in ihrer Höhe deutlich. Durch die große Konkurrenz der Online Broker sind Fremdwährungskonten heute immer häufiger auch ohne Kontoführungsgebühren erhältlich. Monatliche Kontoführungsgebühren von bis zu 20 Euro sind auf dem Markt allerdings nach wie vor nicht unüblich.

Einen Großteil der Gebühren für Fremdwährungsanlagen macht allerdings bei den meisten Anbietern die Konvertierungsgebühr aus, die bei dem Umtausch von Euro in die Fremdwährung und zurück entstehen. Dabei müssen An- und Verkaufskosten der Fremdwährung in Form von Geld- und Briefkurs und Transaktionskosten unterschieden werden. Der Geldkurs ist der Preis, den Banken für den Umtausch in die Fremdwährung verlangen, der Briefkurs beschreibt hingegen den Preis, den Banken beim Ankauf zu zahlen bereit sind. Der Unterschied wird auch als Spread bezeichnet und geht zulasten des Käufers. Zusätzlich erheben die meisten Banken Transaktionskosten, die entweder eine fixe Bearbeitungsgebühr, einen Anteil an der Transaktionssumme oder beides zusammen darstellen. Günstigere Banken erheben Gebühren um die 0,25 %, Anbieter wie comdirect sind mit 1 % vergleichsweise teuer. In der Regel ist es empfehlenswerter, vergleichsweise hohe Fixkosten bei einer niedrigen Konvertierungsgebühr vorzuziehen.

Tipps für Fremdwährungskonten

  • Bei der Wahl der passenden Währung sollten folgende Merkmale eine Rolle spielen und über einen Zeitraum von mehreren Jahren analysiert werden: Volatilität, Kursverhältnis mit Euro, politische Lage und wirtschaftliche Stabilität des Herkunftslandes. Dennoch sollten Anleger dabei nicht vergessen, dass eine sichere Prognose dadurch ebenfalls nicht möglich wird, sondern Hintergrundinformationen lediglich dazu geeignet sind, das Risiko zu minimieren.
  • Auf Sicherheit bedachte Anleger sollten von Fremdwährungskonten eher Abstand nehmen. Wer ein Fremdwährungskonto plant, um der Inflation entgegenzuwirken, sollte bevorzugt in Sachwerte wie Immobilien, Edelmetalle oder Aktien investieren. Da die Änderung der Wechselkurse nicht vorhersagbar ist, ähnelt sie eher einer Wette und ist deswegen in konservativen Anlagestrategien fehl am Platz.
  • Wer ausschließlich von der Höhe der Auslandszinsen profitieren und kurzfristig spekulieren möchte, könne in Zinszertifikaten eine bessere Anlagemöglichkeit finden. Es handelt sich hierbei um börsengehandelte Wertpapiere, die durch den täglichen An- und Verkauf das anleihentypische Zinsänderungsrisiko minimieren und bei Währungswechsle weniger Kosten verursachen.
  • Beim Kauf von Währungen sollte zudem immer die Valutatstellung berücksichtigt werden. Üblicherweise besteht bei Währungskonvertierungen eine Differenz von mindestens 2 Bankarbeitstagen. Auch Online Broker rechnen in der Regel bis um 12 Uhr eingegangene Aufträge zum Kurs von 13 Uhr ab.
  • Da die Gebühren für ein Fremdwährungskonto sehr unterschiedlich sein können, empfiehlt es sich, vor der Beauftragung Angebote zu vergleichen.
  • Anleger müssen bedenken, dass sie über die Mindesteinlagesumme unter Umständen nicht frei verfügen können.
  • Interessenten sollten nicht nur die Zinsen der heimischen Broker und Geldinstitute überprüfen, sondern ebenfalls die im Heimatland der Währung. Häufig zeigt der Vergleich, ob die Konditionen fair sind.

Die bekanntesten Devisen

Dies sind die gängisten Fremdwährungen:

Bulgarischer Lew BGN
Brasilianischer Real BRL
Chinesischer Renminbi Yuan CNY
Tschechische Krone CZK
Dänische Krone DKK
Hongkong-Dollar HKD
Kroatische Kuna HRK
Ungarischer Forint HUF
Indonesische Rupiah IDR
Indische Rupie INR
Südkoreanischer Won KRW
Mexikanischer Peso MXN
Malaysischer Ringgit MYR
Norwegische Krone NOK
Neuseeland-Dollar NZD
Philippinischer Peso PHP
Polnischer Zloty PLN
Rumänischer Leu RON
Russischer Rubel RUB
Schwedische Krone SEK
Singapur-Dollar SGD
Thailändischer Baht THB
Türkische Lira TRY
Südafrikanischer Rand ZAR

Welche Steuern fallen auf Erträge vom Fremdwährungskonto an?

Die steuerliche Behandlung der Fremdwährungskonten variiert. Maßgeblich für die Art der Versteuerung ist neben der Anlagedauer auch die Frage, ob das Guthaben verzinst wurde oder unverzinst auf dem Fremdwährungskonto angelegt wurde. Grundsätzlich gilt, das Währungsgewinne die aus Fremdwährungskonten ohne Zinszahlung nach Ablauf der Spekulationsfrist von einem Jahr erzielt werden, steuerfrei sind.

Der Bundesfinanzhof hat am 02.05.2000 entschieden, dass ein Fremdwährungsguthaben ein selbstständiges Wirtschaftsgut ist. Der Rücktausch in Euro sowie der Umtausch des Guthabens in eine andere Fremdwährung fällt innerhalb des ersten Jahres unter § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG und unterliegt somit der Einkommenssteuer. Kursverluste aus Fremdwährungsgeschäften sind demzufolge auch nicht mit anderen gewinnbringenden Investitionen verrechenbar. Der Gesetzgeber wirkt somit Steuersparmodellen entgegen, die auf Fremdwährungskonten basierten, und änderte die alte Gesetzgebung, in der Devisengeschäfte wesentlich großzügiger behandelt wurden, mit Wirkung zum Jahr 2009.

Verzinstes Fremdwährungskonto

Seit 2009 sind für Zinsen eines Fremdwährungskontos 25 Prozent Abgeltungssteuer zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer fällig. Anders als bei einem Tagesgeldkonto in Euro behalten Geldinstitute die Abgeltungssteuer hier nicht von vornherein ein. Der Steuerzahler muss die Gewinne selbst in der Steuererklärung angeben. Banken führen in der Regel ausschließlich die Zinsen auf die Fremdwährung in der Jahressteuerbescheinigung auf, allerdings nicht, ob ein steuerpflichtiger Verkaufsgewinn erzielt wurde. Der organisatorische Aufwand kann also erheblich größer sein als bei vielen anderen Anlageformen.

Zudem unterliegen realisierte Währungsgewinne bei verzinsten Konten der Abgeltungssteuer. Steuerfreiheit erlangen sie erst nach Ablauf einer zehnjährigen Spekulationsfrist, da sie dann nicht mehr unter private Veräußerungsgeschäfte fallen. Vor allem, wenn das Geld für weitere Investitionen wie Aktienkauf in der Fremdwährung genutzt wird, kann sich diese äußerst nachteilig auswirken. Dann werden nämlich Steuern für den Gewinn aus dem privaten Veräußerungsgeschäft und den nachfolgenden Gewinnen fällig.

Unverzinstes Devisenkonto

Währungsgewinne können bei unverzinsten Fremdwährungskonten bereits nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei realisiert werden. Zudem gilt eine steuerliche Freigrenze von 599 Euro jährlich. Höhere Gewinne fallen hingegen vor Ablauf der Jahresfrist unter die Einkommenssteuerpflicht. Um zu verhindern, dass Währungsgewinne doch nicht nach Ablauf eines Jahres steuerfrei sind, sollten sich Anleger schriftlich von der Bank bestätigen lassen, dass während der gesamten Vertragsdauer keine Zinsen gezahlt werden. Daraus ergibt sich ebenfalls, dass Fremdwährungskonten ab einer Haltedauer von einem Jahr bedeutend attraktiver werden können.

Investition mit Fremdwährung

Wird das Fremdwährungsguthaben zum Erwerb von anderen Finanzprodukten genutzt, gilt dies als Veräußerung des Wirtschaftsguts Fremdwährung und als Anschaffung des anderen Wirtschaftsguts. Der Kauf von Aktien innerhalb eines Jahres würde also zu einem privaten Veräußerungsgeschäft führen. Für die Ermittlung des Veräußerungsgewinns oder –Verlustes ist der Wert des neuen Wirtschaftsguts zum Kaufzeitpunkt anzusetzen. Der ursprünglich zur Anschaffung des Fremdwährungsguthabens in Euro gezahlte Betrag gilt als Anschaffungskosten.

Bei verzinsten Fremdwährungskonten entsteht ein weiteres Problem: Die Spekulationsfrist beginnt erneut, wenn der Erlös aus dem Verkauf des neuen Wirtschaftsguts zurück auf das Fremdwährungskonto fließt. Diese Tatsache wird von den meisten Anlegern übersehen und kann erhebliche Renditeminderung zur Folge haben. Um böse Überraschungen zu vermeiden, ist es deswegen wichtig, sich vor der Anlage mit den steuerlichen Bedingungen auseinanderzusetzen und während der Anlagedauer die Übersicht über Aktivitäten und ihr Datum zu behalten.

Selbstständige und Freiberufler

Für diese Berufsgruppen gibt es zwei Möglichkeiten Devisenkonten zu führen: als Privatkonto oder als Geschäftskonto. Bei einem Konto als Privatperson unterliegen mögliche Gewinne innerhalb der Spekulationsfrist der Abgeltungssteuer, bei Firmenkonten dagegen der Einkommensteuer. Daher ist es in vielen Fällen für Selbständige sinnvoller ein Fremdwährungskonto als Privatkonto zu führen.

Anbieter im Detail

DAB Fremdwährungskonto

Die DAB hat als eine der ältesten Direktbanken schon sehr lange Devisenkonten im Angebot. Neukunden benötigen ein Girokonto oder ein Depot um ein Währungsanlagekonto zu nutzen. Alle 3 Produkte bietet die Bank mit kostenloser Kontoführung ohne Bedingungen an. Im Gegensatz zur comdirect, müssen die einzelnen Fremdwährungskonten nicht vorab eingerichtet bzw. beantragt werden. In der Ordermaske wird die zu verkaufende Währung eingetragen und die zu kaufende Währung ausgewählt. Die DAB konvertiert den Betrag und schreibt ihn auf dem entsprechenden Währungskonto gut. Kunden, die beispielsweise USD, AUD und SEK kaufen, haben dann 3 Fremdwährungskonten. Die folgenden Konvertierungen sind möglich: Verkauf Euro, Ankauf von AUD, CAD, CZK, DKK, GBP, HKD, HUF, JPY, MXN, NOK, NZD, PLN, SEK, SGD, TRY, USD, ZAR.

Darüber hinaus ist der Kauf Verkauf der folgenden Währungspaare möglich: GBP/AUD, GBP/CAD, GBP/JPY, USD/AUD, USD/GBP, USD/JPY. Ein Kontoinhaber, der beispielsweise zunächst Euro in australische Dollar getauscht hat und diese nun verkaufen möchte, kann entweder zurück in EUR, oder aber in GBP oder in USD umtauschen.

Deutsch Bank Fremdwährungskonto: keine Online Konto-Eröffnung möglich

Die Deutsche Bank bietet neuen Kunden keine Möglichkeit, online ein Devisenkonto zu eröffnen. Interessenten müssen sich in eine Filiale begeben.

Commerzbank Fremdwährungskonto: keine Online Konto-Eröffnung möglich

Neukunden können auf der Webseite der Commerzbank kein Fremdwährungskonto online eröffnen. Dies ist nur in einer Filiale möglich. Die Commerzbank bietet in ihren Filialen Privatkunden und Geschäftskunden Devisenkonten an. Für das Währungskonto zahlen Privatkunden 7,90 Euro/Monat als Kontoführungsgebühr. Das Konto kann als „Einzelkonto“ also ohne Depot oder Girokonto eröffnet werden. Die Abrechnung der Devisentransaktion erfolgt nach dem Devisenfixing-Kursen (Geld-/Briefkurs) der Commerzbank um 13:00 Uhr täglich. Ein weiter Konvertierungsaufschlag wird nicht erhoben. Order, die bei der Bank bis 11:00 Uhr eingehen, werden mit den 13:00 Uhr Kursen abgerechnet. Das Konto kann über das Online-Banking verwaltet werden.

Postbank – ohne Privatkundenangebot

Die Postbank hat ihr Fremdwährungskonto Angebot für Privatkunden eingestellt. Als Grund wird auf der Webseite der Bank der starke Nachfragerückgang bei fremden Währungen genannt. Die Postbank tauscht auch keine Devisen mehr um und hat sich im Privatkundenbereich vollständig aus dem Devisenhandel verabschiedet. Dies gilt allerdings nicht für Firmenkunden.

Anlegerschutz: Anbieter mit hohen Gebühren

Fidorbank

DieFidor Bank AG bietet 10 Devisen (CAD, GBP, NZD, PLN, TRY, USD, JPY, CHF, AUD und NOK) zum Handeln an. Die Webseite verspricht Realtime-Orderaufgabe.
Konvertierungskosten: Die Fidor Bank berechnet pro Konvertierung eine Währungshandelsgebühr, die wie folgt gestaffelt ist:

Währungshandelsgebühr der Fidor Bank für Fremdwährungskonto Konvertierungen

bis 1000 Euro 3%, 1001 – 5000 Euro 2,0%, >5000 Euro 1,5%

 

Die Bank rechnet die Währungshandelsgebühr in den Devisenkurs ein und behält sich zusätzlich noch Änderungen vor. Diese Gebühren sind im Vergleich zu den Wettbewerbern (s. Tabelle oben) sehr hoch.
Unser Fazit: Eine als sehr modern beworbene Onlinebank mit unglaublich hohen Kosten bei Fremdwährungskonten.

Anfrage zur Devisenkursstellung bei der Fidor Bank: Eine Anfrag bezüglich der Devisenkusstellung beantwortete die Bank wie folgt:
„Gern teile ich Ihnen mit, dass der Kurs über einen Drittanbieter bereitgestellt wird. Der Drittanbieter heißt „Currency Cloud“.
Die Bank bietet über eine Realtime-Schnittstelle die Möglichkeit, Fremdwährungen zum Realtime-Kurs (Kursinformationen, die sofort nach Ihrer Entstehung in Echtzeit übertragen und den Marktteilnehmern zur Verfügung gestellt werden) in der Zeit von Montag 08:00 Uhr bis Freitag 23:00 Uhr (entspricht 07:00 Uhr – 22:00 Uhr UK local time) zu handeln.
Wie genau sich der Kurs jedoch zusammensetzt, können wir Ihnen leider nicht mitteilen, da es sich hierbei um ein Kooperationsangebot handelt.
Den genauen Bezugspunkt der Kurse kann Ihnen dann jedoch sicherlich Currency Cloud mitteilen.“

Hashtag #Fremdwährungskonto

 

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21.09.2016 Und auch im September keine Leitzinsanhebung in den USA: Die FED beläßt die Funds Rate auf dem aktuellen Niveau, behält sich aber einen Lift für Dezember 2016 offen. Die Devisenmärkte reagieren gelassen. Der Euro wertet moderat zum Dollar auf.

11.09.2015 Die chinesische Regierung versucht alles um die Wirtschaft und die Börsenkurse zu stabilisieren. Die chinesische Notenbank hat zur Stützung des Renminbi in den letzten Monaten mehr als 200 Milliarden Euro für Devisenverkäufe ausgegeben. Der chinesische Premier Li Keqiang hat auf dem Wirtschaftsgipfel in Dalian am 10.09.2015 bekräftigt, ein robustes China bleibe die weltweite Wachstumsquelle.

11.08.2015 Die chinesische Zentralbank hat den Yuan heute Nacht gegenüber dem US Dollar überraschend um 1,9% abgewertet. Hintergrund für die Entscheidung ist die Wachstumsschwäche in China, die Exporte waren zuletzt um 8% eingebrochen. Bei Der Yuan Abwertung soll es sich laut der Regierung um eine einmalige geldpolitische Aktion handeln. Der Yen Kurs wird täglich von der People’s Bank of China (PBoC) als Mittelkurs veröffentlicht

Die PBoC schreibt auf Ihrer Webseite über die ab 11.08.2015 gültige Yuan Devisenkurs-Festellung: „For the purpose of enhancing the market-orientation and benchmark status of central parity, the PBC has decided to improve quotation of the central parity of RMB against US dollar. Effective from 11 August 2015,the quotes of central parity that market makers report to the CFETS daily before market opens should refer to the closing rate of the inter-bank foreign exchange market on the previous day, in conjunction with demand and supply condition in the foreign exchange market and exchange rate movement of the major currencies.

Damit wird der von Yen Kurs an den Schlusskurs des Interbanken-Devisenmarktes vom Vortag gekoppelt.