Neben einem Firmenkonto in Euro bieten zahlreiche Kreditinstitute ihren Kunden auch ein Fremdwährungskonto als Geschäftskonto an. Das Währungskonto stellt für Unternehmen eine sichere Kalkulationsgrundlage dar, da sie Zahlungen in Fremdwährung empfangen oder leisten können, ohne ein Kursrisiko einzugehen. Dadurch vereinfacht sich für eine Firma der internationale Zahlungsverkehr, sodass Zeit und Kosten gespart werden können. In einigen Ländern beschleunigt ein Fremdwährungskonto den Geschäftsabschluss, wenn der ausländische Käufer die Rechnung in seiner Heimatwährung bezahlen kann und nicht gezwungen ist, seinerseits Devisen zu kaufen. Falls das Guthaben auf dem Fremdwährungskonto verzinst wird, kann ein Unternehmen zusätzliche Einnahmen durch die Zinserträge erzielen.

Auslandzahlungen müssen nicht genehmigt werden

Wenn ein Unternehmen ein Fremdwährungskonto als Firmenkonto unterhält, kann sie auf dem Konto Zahlungen von ausländischen Kunden in unbegrenzter Höhe entgegennehmen. Auch Überweisungen an ausländische Empfänger sind ohne Genehmigung durch eine Behörde unbeschränkt möglich. Trotzdem müssen die Kontoinhaber in einigen Fällen für eine Statistik der Deutschen Bundesbank eine Meldepflicht beachten, sobald sie Beträge ab einem Gegenwert von 12.500,00 Euro ins Ausland überweisen oder aus dem Ausland erhalten. Die Meldepflichten sind in Paragraf 11 des Außenwirtschaftsgesetzes (AWG) und in den Paragrafen 67 ff der Außenwirtschaftsverordnung (AWV) geregelt und betreffen alle Auslandszahlungen, die nicht im Zusammenhang mit Wareneinfuhren, Warenausfuhren, Krediten oder Geldanlagen mit einer Laufzeit von unter einem Jahr oder dem langfristigen Kreditverkehr zwischen Banken getätigt werden. Sowohl natürliche als auch juristische Personen unterliegen der Meldepflicht.

Daher müssen Unternehmen zum Beispiel Beraterhonorare, die von einem geschäftlich genutzten Devisenkonto an einen ausländischen Experten überwiesen werden, ab einem Betrag von umgerechnet 12.500 Euro an die Deutsche Bundesbank melden. Die Meldung erfolgt in elektronischer Form, wobei die Deutsche Bundesbank verschiedene Verfahren anbietet. Bis August 2013 wurde die Anzeige in Papierform durchgeführt, weshalb dem Zahlungsauftrag im Außenwirtschaftsverkehr das Formular Z1 anhing, das der Kontoinhaber des Fremdwährungskontos über seine Bank an die Bundesbank weiterleiten musste. Seit der Umstellung auf ein elektronisches Verfahren können die Betriebe, die ein Fremdwährungskonto als Geschäftskonto führen, die Meldung über das Allgemeine Meldeportal Statistik (AMS) oder über das bundesbankeigene ExtraNet abgeben. Aus den gemeldeten Zahlen erstellt die Deutsche Bundesbank die Zahlungsbilanz der Europäischen Währungsunion und der BRD. Die Daten werden nur für kurze Zeit gespeichert und nicht an andere Behörden, wie zum Beispiel das Finanzamt, weitergegeben.

Nicht jede Bank bietet ein Währungskonto als Geschäftskonto an

Einige Kreditinstitute bieten überhaupt keine Firmenkonten an oder die Unternehmen können das Geschäftskonto ausschließlich in Euro eröffnen. Selbst wenn eine Bank oder Sparkasse Währungskonten für Geschäftskunden im Angebot hat, fällt das Währungsangebot bei jedem Institut anders aus. Diese gängigen Fremdwährungen ermöglicht jedoch fast jede Bank, die geschäftlich zu nutzende Devisenkonten anbietet:

  • US-Dollar (USD)
  • Britisches Pfund (GBP)
  • Japanische Yen (JPY)
  • Australischer Dollar (AUD)
  • Schweizer Franken (CHF)
  • Südafrikanische Rand (ZAR)

Wenn eine Firma Geschäftsbeziehungen zu Abnehmern oder Lieferanten in mehreren Ländern mit unterschiedlicher Währung unterhält, empfiehlt sich die Eröffnung mehrerer Devisenkonten in den jeweiligen Fremdwährungen. Dabei müssen die Unternehmen beachten, dass bei einigen Kreditinstituten zusätzlich ein Geschäftskonto in Euro unterhalten werden muss. Während einige Banken die Gebühren für das Währungskonto dem Konto selbst in Fremdwährung belasten, rechnen andere Institute die Gebühren in Euro um und buchen sie von dem Euro-Geschäftskonto ab. Auch bei einer Kontoauflösung erfolgt die Umrechnung des Kontoguthabens in Euro und die anschließende Überweisung des Betrages auf ein in Euro geführtes Konto. Diese Praxis sollten die Unternehmen bei der Schließung eines geschäftlichen Fremdwährungskontos beachten, da sich durch Kursschwankungen erhebliche Differenzen zu dem ursprünglich eingezahlten Kapital ergeben können. Dies ist jedoch das einzige Kursrisiko, das die Kontoinhaber eines Währungskontos eingehen.

Ein Devisenkonto als Geschäftskonto schützt vor Kursschwankungen

Ein Devisenkonto bieten Exporteuren und Importeuren vor allem den Vorteil, dass sie Zahlungen in einer fremden Währung akzeptieren beziehungsweise leisten können, ohne Devisen kaufen oder verkaufen zu müssen. Dadurch lassen sich für ein Unternehmen Umrechnungsverluste vermeiden und die Preiskalkulation für das Grundgeschäft gestaltet sich einfacher. Sobald die Rechnung eines ausländischen Lieferanten zur Zahlung fällig ist, kann der Zahlungspflichtige elektronisch oder schriftlich die Überweisung zulasten seines Devisenkontos in Auftrag geben. Dazu muss der Überweisungsauftrag in derselben Währung erteilt werden, in der das Währungskonto geführt wird. Falls die kontoführende Bank die Auslandsüberweisung nicht innerhalb ihres eigenen Hauses oder Bankenverbundes ausführen kann, müssen fremde Kreditinstitute im Heimatland des Empfängers eingeschaltet werden. Dies kann die Gebühren für die Auslandsüberweisung erhöhen. Dabei haben die Vertragsparteien die Wahl zwischen folgenden Modellen zur Übernahme der Gebühren einer Auslandsüberweisung:

  • Der Auftraggeber zahlt sowohl die inländischen als auch die ausländischen Gebühren (Kennziffer 1)
  • Der Zahlungsempfänger zahlt sowohl die inländischen als auch die ausländischen Gebühren (Kennziffer 2)
  • Der Auftraggeber zahlt die inländischen Gebühren, der Zahlungsempfänger übernimmt die Gebühren der Banken in seinem Heimatland (Kennziffer 0)

Die in Klammern angegebenen Kennziffern finden sich auf dem Vordruck des Zahlungsauftrags im Außenwirtschaftsverkehr, der auch noch andere Kennziffern zur Vereinfachung der Auftragserteilung bereithält:

Ausführungsart Kennziffer 0 = Standardüberweisung über das internationale Abwicklungssystem SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication)

  • Ausführungsart Kennziffer 1: eilige SWIFT-Überweisung
  • Ausführungsart Kennziffer 2: Scheckziehung auf das Kreditinstitut beziehungsweise den Zahlungsdienstleister
  • Ausführungsart Kennziffer 3: Scheckziehung auf den Kontoinhaber

Außerdem enthält der Zahlungsauftrag verschiedene Weisungsschlüssel, wie die Bank des Zahlungsempfängers oder der Zahlungsempfänger selbst über die Überweisung informiert werden sollen. Zur Auswahl stehen keine besondere Weisung, Avis an die Empfängerbank, Benachrichtigung des Zahlungsempfängers per Telefon beziehungsweise Fax und Auszahlung an den Empfänger nur gegen persönliche Legitimation.

Daueraufträge oder Barauszahlungen zulasten eines Fremdwährungskontos als Geschäftskonto sind in der Regel nicht möglich. Einige Banken und Sparkassen richten einen Überziehungskredit für ein Währungskonto ein, während andere Banken eine Kontoüberziehung nicht erlauben. Stattdessen ist die kontoführende Bank berechtigt, einen Sollsaldo auf dem Fremdwährungskonto zulasten des Euro-Geschäftskontos des Unternehmens auszugleichen. Dazu erfolgt die Umrechnung des Überziehungsbetrages von Euro in die Fremdwährung zu dem Umrechnungskurs, der am Tag der Kontoüberziehung festgesetzt wird. Für den Devisenkauf berechnen die Banken Konvertierungskosten. Je exotischer die Währung ist, in der das Devisenkonto geführt wird, umso höher fallen in der Regel die Konvertierungskosten aus.

Scheckeinreichung auf einem Fremdwährungskonto als Firmenkonto

Neben Überweisungen und Zahlungseingängen in Fremdwährung können Unternehmen zulasten eines Währungskontos als Geschäftskonto auch einen Scheck ausstellen beziehungsweise Schecks in einer anderen Währung einreichen. Das Scheckverfahren wird in vielen Ländern der Welt im Geschäftsleben angewandt, um Rechnungen schnell und direkt zu bezahlen. Wenn ein deutsches Unternehmen einen Scheck auf seinem Währungskonto einreicht, muss es einige Punkte beachten, um die Gutschrift zu erhalten:

  • Der Scheckeinzug unterliegt den nationalen Bedingungen des Ausstellerlandes.
  • Das Einlösungsrisiko richtet sich nach dem Betrag, der Bonität des Ausstellers, der Währung und der Bonität der bezogenen Bank.
  • Das Fälschungsrisiko ist relativ hoch.
  • Die kontoführende Bank im Inland schreibt den Gegenwert auf dem Währungskonto entweder unter Vorbehalt oder erst nach Erhalt des Gegenwertes gut.
  • Bei einer sofortigen Gutschrift muss der Kontoinhaber mit zwei bis fünf Arbeitstagen Valuta rechnen.
  • Der Vorbehalt ist unbefristet, weshalb der Scheckbetrag auch noch nach Monaten oder Jahren zurückbelastet werden kann.
  • Eine Gutschrift nach Erhalt des Betrages erfolgt in der Regel nach vier bis acht Wochen nach der Scheckeinreichung.
  • Auslandsschecks sind Orderschecks, die ausschließlich von dem in der Orderzeile angegebenen Begünstigten eingereicht werden können.
  • Die Indossamentenkette muss lückenlos sein, um Rückbuchungen zu vermeiden.
  • Die Gutschrift erfolgt abzüglich sämtlicher inländischer und ausländischer Kosten und Gebühren inklusive der Gebühren zwischengeschalteter Clearingbanken.
  • Die Kosten für eine Scheckeinreichung fallen höher aus als für eine Auslandsüberweisung.
  • Der Einreicher trägt das Risiko, dass der Scheck auf dem Postweg verloren geht oder gestohlen wird.
  • Auch Zahlungen per Auslandsscheck unterliegen gegebenenfalls den Meldepflichten der Deutschen Bundesbank.