Sortenkurse - Tipps zum UmtauschMünzen und Geldscheine in ausländischer Währung werden als Sorten bezeichnet. Es handelt sich um Bargeld, das sich außerhalb des Landes befindet, in dem es die Heimatwährung darstellt. Sortenkurse sind die Kurse für den Umtausch von physischem Geld.

Sorten werden häufig mit Devisen gleichgestellt. Das ist nur bedingt richtig, da aus Sorten als Bargeld erst durch Einzahlung auf ein Währungskonto Devisen als Buchgeld werden. Begriff: Sorten stellen die gesetzlichen Zahlungsmittel ihrer Heimatländer dar. Neben den gängigen Banknoten und Münzen können auch Gedenkmünzen und Goldmünzen zu den gesetzlichen Zahlungsmitteln gehören und gelten ebenfalls als Sorten.

Wo werden Sortenkurse veröffentlicht?

Unterhalten Banken Geschäftsstellen, Shops oder Filialen, können die Online Sortenkurse im Internet von den Kursen in den Geschäftsstellen abweichen. Grundsätzlich sollten Onlinekurse immer als Orientierungskurse angesehen werden. Es gelten nur die dem Kunden für den Währungstausch verbindlich angebotenen Kurse.

Deutsche Bank Sortenkurse

Entgegen den Treffer in der Google Suche, die www.deutsche-bank.de/pfb/content/marktinformationen/index.html als Kursquelle angibt, werden auf dieser Seite keine Sortenkurse angegeben. Eine Antwort nach Kursen erhalten Kunden direkt bei der zuständigen Filiale der Deutschen Bank vor Ort.

Commerzbank Sortenkurse

Die Commerzbank veröffentlicht genau wie beim Devisen Fixing täglich Sortenkurse. Die Kurse werden auf www.commerzbank.de/de/hauptnavigation/kunden/kursinfo/sorten_edel/sortenkurse/sorten.html veröffentlicht. Die Kurse sind als Mengennotiz zu verstehen und beziehen sich auf umlauffähige Banknoten (also gut erhaltene Banknoten, für Münzen gelten ungünstigere Kurse).
Gebühren/Kosten/Sonstiges: Ein Umtausch von Fremdwährung ist nur für Kunden möglich. Der Umtausch erfolgt laut Preisaushang zum Ankaufs- bzw. Verkaufskurs plus einer einmaligen Gebühr von 5 Euro pro Vorgang (s. www.commerzbank.de/portal/media/efw-dokumente/preisaushang.pdf). Die Bank stellt auf ihrer o.g. Webseite Schalterkurse im .PDF und XLSX-Format (Excel) Format zum Download zur Verfügung.

Postbank Sortenkurse

Die Postbank listet auf ihrer Webseite keine aktuellen Sortenkurse für Privatkunden.

Reisebank Sortenkurse

Die Reisebank ist auf den Ankauf und Verkauf von Währungen in Form von Bargeld spezialisiert und ist das Institut mit dem größten Umsatz in Deutschland. Sortenkurse können für Beliebige Währungen von Privatkunden und davon getrennt auch für Geschäftskunden mit dem Sortkursrechner berechnet werden. Da die Reisebank im Eigentum der genossenschaftlichen DZ Bank ist, versorgt die Reisebank viele Volksbanken und Raiffeisenbanken, insgesamt über 1000 Kreditinstitute mit Bargeld zum Umtausch. Die Reisebank unterhält darüber hinaus mehr als 100 Filialen, in denen Bargeld und Edelmetalle umgetauscht werden können.

MoneyBack Garantie der Reisebank

Ein Vorteil bei der Reisebank ist die MoneyBack Garantie: Innerhalb von 60 Tagen können Geldscheine gebührenfrei wieder zurück getauscht werden. Beim ersten Umtausch der Währung wird die Money Back Garantie auf der Abrechnung vermerkt. Die Reisebank unterhält auch Shops auf den großen Flughäfen, Urlauber können hier im Rahmen der 60 Tage Frist übrig gebliebene Geldscheine ohne Extragebühr zurücktauschen.

Volksbank & Raiffeisenbank Sortenkurse

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken beziehen ihre Fremdwährungen von der o.a. Reisebank. Aktuelle, unverbindliche Kurse stellt die Volksbank Freiburg auf ihrer Webseite zur Orientierung unter volksbank-freiburg.de/service/sortenkurse/c1159.html zur Verfügung.

Sparkasse Sortenkurse

Die Sparkassen bieten überwiegend nur ihren Kunden die Möglichkeit am Schalter Geldscheine in fremder Währung zu tauschen. Die Kurse unterscheiden sich je nach Bundesgebiet und Region. Sortenkurse sollten deshalb bei der zuständigen Hauptstelle angefragt werden.

Beispiel für eine Sortenkursanzeige

Die Abbildung 1 zeigt ein Kursbeispiel. Im Gegensatz zu den meist unverbindlichen Mittelkursen, sind die An- und Verkaufskurse, eventuell noch mit einer Marge versehen, echte Kaufkurse.

Beispiel für verschiedene Sortenkurse

Abb. 1: Beispiel für eine Schalterkursanzeige in Mengennotierung: Sortenverkaufskurs, Devisenreferenzkurs und Sortenankaufskurs für US-Dollar, Schweizer Franken und Britisches Pfund. Quelle: bundesbank.de

Aus Sicht des Anlegers liegt der Kaufkurs (aus Bankensicht Verkaufskurs) immer unter, der Verkaufskurs (aus Bankensicht Ankaufskurs) immer über dem Devisenreferenzkurs.

Der Sortenhandel

Während für Devisen ein internationaler Handelsmarkt besteht, werden Sorten nicht amtlich gehandelt. Stattdessen kaufen und verkaufen Kreditinstitute und Wechselstuben, aber auch Hotels, Kaufhäuser oder Reisebüros, Sorten an inländische und ausländische Kunden. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) weist darauf hin, dass es sich bei dem Sortenhandel nach dem Gesetz über das Kreditwesen (KWG), Paragraf 1, Absatz 1a, Satz 2 Nr. 7, um eine Finanzdienstleistung handelt. Der Handel bedarf der schriftlichen Erlaubnis der BaFin, sofern der Sortenhändler als Gewerbetreibender tätig ist oder den Sortenhandel in so großem Umfang betreibt, dass er dazu einen kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb unterhält.

Der Münzhandel fällt gesetzliche nicht unter Sortenhandel

Nur der Handel mit Banknoten fällt unter den gesetzlich definierten Begriff des Sortenhandels. Laut BaFin stellt der Verkauf und Ankauf von Münzen selbst dann keinen Sortenhandel dar, wenn es sich um gesetzliche Zahlungsmittel handelt.

 

Fremdwährungskonto eröffnen

Die Sortenkurse setzen die Anbieter selbst fest, wobei sie sich jedoch am Devisenmittelkurs orientieren, den die Europäische Zentralbank (EZB) werktäglich veröffentlicht. Die Sortenkurse der Kreditinstitute und sonstigen Anbieter werden auch als Schalterkurse bezeichnet, da die Geldscheine am Bankschalter gehandelt werden.

Bargeld Limit bei Einreise in die EU

Sorten dürfen innerhalb der EU ohne Genehmigung eingeführt und ausgeführt werden. Zur Bekämpfung von Straftaten, Geldwäsche und Terrorismus muss jedoch seit dem 15. Juni 2007 die Einfuhr von Sorten ab 10.000 Euro oder Gegenwert schriftlich bei der zuständigen Zollbehörde angemeldet werden. Die Fremdwährung ist dabei nach dem aktuellen Sortenkurs in Euro umzurechnen. Die Anmeldung muß auf dem Vordruck „Anmeldung von Barmitteln“, Formular 400 erfolgen.

Die Kosten im Sortenhandel

  • Bankkunden, die Sorten kaufen oder verkaufen, finden auf den Anzeigetafeln der Sortenkurse einen Briefkurs und einen Geldkurs. Der höhere Briefkurs ist der Verkaufskurs aus Sicht der Bank, während das Kreditinstitut die ausländischen Banknoten zu dem niedrigeren Geldkurs ankauft. Die Kosten der Anbieter im Sortenhandel bestehen aus:
  • Lagerkosten
  • Personalkosten
  • Versicherungskosten
  • Zinsausfällen
  • Versandkosten

 

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